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Warum böllern wir?

Das Böllerschießen hat eine lange Tradition. Fälschlicherweise wird es oft mit kriegerischen Handlungen in Zusammenhang gebracht. Doch damit hat es nur indirekt und insoweit zu tun, dass in früheren Jahren die Geräte, die zum Salutschiessen verwendet wurden, einfache Kanonen oder Musketen waren. Doch die Salven, die aus diesen „Böllern“ abgefeuert wurden, dienten einzig und allein dazu, einer Person oder Gruppe Ehre zu erweisen. Das konnte selbstverständlich auch der Fall sein, wenn ein Kriegsherr und sein Heer nach einer siegreichen Schlacht zurückkehrten. Aber häufig war das Salutschiessen auch eine Ehrenbezeigung für eine hochgestellte Persönlichkeit, z.B. für einen König oder Staatsmann von hohem Rang. Oft wurden auch große Feste, z.B. Hochzeiten, Jubiläen oder Inthronisierungen hoher Adeliger, durch eine Reihe von Salutschüssen eröffnet. Heute noch kann man diese Art, große Feste zu untermalen, daran erkennen, dass etwa ein Feuerwerk abgebrannt wird. Natürlich wurde auch bei Beerdigungen Salut geschossen, wenn es sich bei den Verstorbenen um Persönlichkeiten von hohem Stand oder auch um Soldaten handelte. Mit den Schüssen sollte ihnen die letzte Ehre erwiesen werden.

Auf vielen Burgen und Schlössern, beim Rundgang durch historische Städte, dort oft an Stadttoren und beim Besuch von diversen Museen, kann man alte Kanonen in den unterschiedlichsten Variationen sehen.So zum Beispiel auch auf der Wartburg bei Eisenach, in Thüringen.

Die unterschiedlichen Böller:(hier Bilder von Böllern zur Veranschaulichung) Handböller, Schaftböller, Standböller ... … und natürlich Kanonen (in Vorder- oder Hinterladerausführung).

Fotos: Böllermacher Franz Pfnür / Berchtesgaden

Die Wartburg (erwähnt 1155 ) mit dem „Pulverturm“ (14. Jahrhundert). Hier lebte die hl. Elisabeth v. Thüringen (1211 bis 1228)

Historische Kanone von 1597, ein Meisterwerk der Kanonengießerkunst

Ohne nun jemand diskriminieren zu wollen, nachfolgend eine kurze Erläuterung zu den "Böllergeräten":

Wir, die Maselheimer Böllerschützen, wollen diese alte Tradition pflegen. Auch wenn Könige und Staatspräsidenten wohl eher nicht zu unserer Klientel zählen, so gibt es immer noch viele Anlässe, bei welchen ein paar Salutschüsse durchaus einen gewissen Akzent setzen können. So zum Beispiel bei Stadt–, Gemeinde-, und Kirchenjubiläen (Sulminger Dorffest, Fronleichnam, Volkstrauertag), anderen größeren Veranstaltungen des öffentlichen Interesses (Nachtumzug und Öchslefest in Ochsenhausen), aber auch bei privaten Feierlichkeiten, wie etwa Hochzeiten bzw. „runden“ Geburtstagen. Selbstverständlich achten wir darauf, dass unsere Aktivitäten nicht zu einer wilden Ballerei verkommen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen böllern wir grundsätzlich nicht zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr. Alle Aktionen sind angemeldet und behördlich genehmigt.Für die obligatorischen Skeptiker: jedes unserer Böllergeräte ist zertifiziert (d.h. "amtlich beschossen") und alle Schützen sind im Besitz einer behördlichen Erlaubnis (Lehrgang mit Prüfung - so wie das mit dem Führerschein ist).Natürlich haben wir uns die Mühe gemacht und in alten Archiven sowie entsprechender Fachliteratur rumgestöbert. Dies führte dazu, dass wir bisher überwiegend mit dem in unserer Gegend historisch belegten "Standböller" operieren, im Gegensatz zu Hand- und Schaftböllern, die im bayerischen Raum weit verbreitet zum Einsatz kommen. Die klassische Kanone findet man eigentlich überall.Leider konnten wir den Traum von einer vereinseigenen Kanone bisher noch nicht verwirklichen. Wir sind ein kleiner Verein und unsere Kasse gibt das vermutlich noch lange nicht her.„Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!“, sagt ein altes Sprichwort und wenn doch, dann werden wir sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu Grabe tragen!!!

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Seite aktualisiert: 6..11..2011









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